SL - Betriebsanleitung Interaktiv

Fahrsicherheitssysteme

In diesem Abschnitt finden Sie Informationen zu folgenden Fahrsicherheitssystemen:

  • ABS (Anti-Blockier-System)

  • BAS (Brems-Assistent-System)

  • Adaptives Bremslicht

  • ESP® (Elektronisches Stabilitäts-Programm)

  • SBCTM Bremsanlage (Sensotronic Brake Control)

Verwenden Sie bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen (M+S-Reifen), gegebenenfalls mit Schneeketten. Nur so erreichen Sie die maximale Wirkung der in diesem Abschnitt beschriebenen Fahrsicherheitssysteme.

Unfallgefahr

Das Unfallrisiko steigt insbesondere bei zu schnellem Fahren. Dies ist der Fall besonders in Kurven sowie auf nasser und glatter Fahrbahn und bei zu dichtem Auffahren.

Die in diesem Abschnitt beschriebenen Fahrsicherheitssysteme können dieses Risiko nicht verringern und physikalische Grenzen nicht außer Kraft setzen.

Passen Sie daher Ihre Fahrweise immer den aktuellen Straßen- und Witterungsverhältnissen an. Halten Sie ausreichenden Sicherheitsabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern sowie zu Objekten auf der Straße ein.

 

ABS (Anti-Blockier-System)

ABS regelt den Bremsdruck so, dass beim Bremsen die Räder nicht blockieren. Dadurch bleibt die Lenkfähigkeit Ihres Fahrzeugs beim Bremsen erhalten.

ABS wirkt unabhängig von der Straßenbeschaffenheit ab einer Geschwindigkeit von etwa 8 km/h. Bei glatter Straße regelt ABS bereits, wenn Sie nur leicht bremsen.

Unfallgefahr

Treten Sie nicht mehrfach kurz hintereinander auf das Bremspedal (Pumpen). Treten Sie fest und gleichmäßig auf die Bremse. Das Pumpen des Bremspedals reduziert die Bremswirkung.

Bremsen

Wenn ABS beim Bremsen eingreift, blinkt die Warnleuchte im Kombi-Instrument. Sie spüren dabei kein Pulsieren am Bremspedal.

Wenn ABS regelt

  

weiter kräftig auf das Bremspedal treten, bis die Bremssituation vorüber ist.

Bei einer Vollbremsung

  

mit voller Kraft auf das Bremspedal treten.

Unfallgefahr

Wenn ABS gestört ist, könnten die Räder beim Bremsen blockieren. Dadurch ist die Lenkfähigkeit des Fahrzeugs beim Bremsen eingeschränkt und der Bremsweg kann sich verlängern.

Wenn ABS aufgrund einer Störung abgeschaltet ist, dann sind auch BAS und ESP® abgeschaltet. Die Gefahr, dass Ihr Fahrzeug ins Schleudern gerät, ist dann in bestimmten Fahrsituationen erhöht.

Passen Sie Ihre Fahrweise immer den aktuellen Straßen- und Witterungsverhältnissen an.

 

BAS (Brems-Assistent-System)

BAS wirkt in Notbrems-Situationen. Wenn Sie schnell auf die Bremse treten, erhöht BAS automatisch den Bremsdruck der Bremse und kann so den Bremsweg verkürzen.

  

So lange fest auf das Bremspedal treten, bis die Notbrems-Situation vorüber ist.

 

ABS verhindert dabei ein Blockieren der Räder.

Wenn Sie das Bremspedal lösen, funktioniert die Bremse wieder wie gewohnt. BAS wird deaktiviert.

Unfallgefahr

Wenn BAS gestört ist, steht die Bremsanlage weiterhin mit voller Bremskraftverstärkung zur Verfügung. Jedoch wird in Notbrems-Situationen die Bremskraft nicht automatisch zusätzlich verstärkt und der Bremsweg kann sich verlängern.

 

Adaptives Bremslicht

Das adaptive Bremslicht ist nur für bestimmte Länder verfügbar.

Wenn Sie oberhalb einer Geschwindigkeit von 50 km/h stark bremsen oder beim Bremsen durch BAS unterstützt werden, blinken die Bremsleuchten in schneller Folge. Dadurch wird der nachfolgende Verkehr gewarnt.

Wenn Sie das Fahrzeug nach einem solchen Bremsvorgang zum Stillstand bringen, leuchten die Bremsleuchten bei Betätigung des Bremspedals wieder dauerhaft.

 

ESP® (Elektronisches Stabilitäts-Programm)

ESP® überwacht die Fahrstabilität und die Traktion, also die Kraftübertragung zwischen Reifen und Fahrbahn.

Erkennt ESP®, dass ein Fahrzeug vom Richtungswunsch des Fahrers abweicht, werden zur Stabilisierung einzelne oder mehrere Räder gezielt abgebremst. Zusätzlich wird, falls erforderlich, die Motorleistung automatisch angepasst, um das Fahrzeug innerhalb der physikalischen Grenzen auf dem gewünschten Kurs zu halten. ESP® unterstützt Sie beim Anfahren auf nasser oder glatter Fahrbahn. Auch beim Bremsen kann ESP® das Fahrzeug stabilisieren.

Wenn ESP® eingreift, blinkt die Warnleuchte im Kombi-Instrument.

Unfallgefahr

Wenn die Warnleuchte  im Kombi-Instrument blinkt, gehen Sie wie folgt vor:

  • Schalten Sie ESP® keinesfalls aus.

  • Treten Sie beim Anfahren das Gaspedal nur so weit wie nötig nieder.

  • Passen Sie Ihre Fahrweise den aktuellen Straßen- und Witterungsverhältnissen an.

Sonst kann das Fahrzeug ins Schleudern geraten.

Wenn Sie zu schnell fahren, kann ESP® das Unfallrisiko nicht verringern. ESP® kann physikalische Grenzen nicht außer Kraft setzen.

Wenn Sie

  • das Fahrzeug mit angehobener Vorder- oder Hinterachse abschleppen lassen

  • die Parkbremse auf dem Bremsenprüfstand prüfen lassen

muss die Zündung ausgeschaltet sein (Schlüssel im Zündschloss in Stellung 0 oder 1). Der aktive Bremseingriff über ESP® kann sonst die Bremsanlage an der Vorder- oder Hinterachse zerstören.

Verwenden Sie nur Räder mit den empfohlenen Reifengrößen. Nur so funktioniert ESP® ordnungsgemäß.

Traktionsregelung

Die Traktionsregelung ist Bestandteil von ESP®.

Die Traktionsregelung bremst die Antriebsräder einzeln ab, wenn sie durchdrehen. Dadurch können Sie auch auf rutschigem Untergrund anfahren oder beschleunigen, z. B. bei einseitiger Straßenglätte.

Wenn Sie ESP® ausschalten, ist die Traktionsregelung weiterhin aktiv.

Unfallgefahr

Wenn Sie zu schnell fahren, kann die Traktionsregelung das Unfallrisiko nicht verringern. Die Traktionsregelung kann physikalische Grenzen nicht außer Kraft setzen.

ESP® aus- oder einschalten (außer SL 63 AMG)

Sobald der Motor läuft, ist ESP® automatisch aktiv.

In folgenden Situationen kann es besser sein, ESP® auszuschalten:

  • bei Schneekettenbetrieb

  • im Tiefschnee

  • auf Sand oder Kies

Unfallgefahr

Schalten Sie ESP® ein, sobald die oben beschriebenen Situationen nicht mehr vorliegen. Sonst nimmt ESP® keine Fahrzeugstabilisierung vor, wenn das Fahrzeug ins Schleudern gerät oder ein Rad durchdreht.

Wenn Sie ESP® ausschalten:

  • verbessert ESP® nicht mehr die Fahrstabilität

  • wird der Motor in seinem Drehmoment nicht begrenzt und die Antriebsräder können durchdrehen. Die durchdrehenden Räder erzielen eine Fräswirkung für bessere Traktion.

  • ist die Traktionsregelung weiterhin aktiv

  • können Sie weiterhin mit Unterstützung von ESP® bremsen

Wenn ESP® ausgeschaltet ist und ein oder mehrere Räder durchdrehen, blinkt die Warnleuchte im Kombi-Instrument. ESP® stabilisiert das Fahrzeug dann nicht.

ESP® aus- oder einschalten
  

Ausschalten: Auf die Taste drücken.

 

Die Warnleuchte im Kombi-Instrument geht an.

Unfallgefahr

Wenn die Warnleuchte im Kombi-Instrument bei laufendem Motor permanent leuchtet, ist ESP® ausgeschaltet oder wegen einer Störung nicht verfügbar. Die Gefahr, dass Ihr Fahrzeug ins Schleudern gerät, ist dann in bestimmten Fahrsituationen erhöht.

Passen Sie Ihre Fahrweise immer den aktuellen Straßen- und Witterungsverhältnissen an.

  

Einschalten: Auf die Taste drücken.

 

Die Warnleuchte im Kombi-Instrument geht aus.

SL 63 AMG

ESP®-Sport ein- oder ausschalten

Sobald der Motor läuft, ist ESP® automatisch aktiv.

In folgenden Situationen kann es besser sein, ESP®-Sport einzuschalten:

  • bei Schneekettenbetrieb

  • im Tiefschnee

  • auf Sand oder Kies

Verwenden Sie ESP®-Sport ansonsten nur auf abgesperrten Rundstrecken.

Unfallgefahr

Schalten Sie ESP®-Sport aus und ESP® ein, sobald die oben beschriebenen Situationen nicht mehr vorliegen. Sonst nimmt ESP®-Sport nur eine eingeschränkte Fahrzeugstabilisierung vor, wenn das Fahrzeug ins Schleudern gerät oder ein Rad durchdreht.

Wenn Sie ESP®-Sport einschalten:

  • verbessert ESP® nur noch eingeschränkt die Fahrstabilität

  • wird der Motor in seinem Drehmoment eingeschränkt begrenzt und die Antriebsräder können durchdrehen. Die durchdrehenden Räder erzielen eine Fräswirkung für bessere Traktion.

  • ist die Traktionsregelung weiterhin aktiv

  • können Sie bei kräftiger Bremspedalbetätigung weiterhin mit Unterstützung von ESP® bremsen

Wenn ESP®-Sport eingeschaltet ist und ein oder mehrere Räder durchdrehen, blinkt die Warnleuchte im Kombi-Instrument. ESP® stabilisiert das Fahrzeug dann nur eingeschränkt.

ESP®-Sport ein- oder ausschalten
  

Einschalten: Kurz auf die Taste drücken.

 

Die Warnleuchte im Kombi-Instrument geht an. Im Multifunktions-Display erscheint die Meldung ESP Sport.

  

Ausschalten: Kurz auf die Taste drücken.

 

Die Warnleuchte im Kombi-Instrument geht aus. Im Multifunktions-Display erscheint die Meldung ESP On.

ESP® aus- oder einschalten

Sobald der Motor läuft, ist ESP® automatisch aktiv.

In folgenden Situationen kann es besser sein, ESP® auszuschalten:

  • bei Schneekettenbetrieb

  • im Tiefschnee

  • auf Sand oder Kies

Unfallgefahr

Schalten Sie ESP® ein, sobald die oben beschriebenen Situationen nicht mehr vorliegen. Sonst nimmt ESP® keine Fahrzeugstabilisierung vor, wenn das Fahrzeug ins Schleudern gerät oder ein Rad durchdreht.

Wenn Sie ESP® ausschalten:

  • verbessert ESP® nicht mehr die Fahrstabilität

  • wird der Motor in seinem Drehmoment nicht mehr begrenzt und die Antriebsräder können durchdrehen. Die durchdrehenden Räder erzielen eine Fräswirkung für bessere Traktion.

  • ist die Traktionsregelung weiterhin aktiv

  • können Sie bei kräftiger Bremspedalbetätigung weiterhin mit Unterstützung von ESP® bremsen

Wenn ESP® ausgeschaltet ist und ein oder mehrere Räder durchdrehen, blinkt die Warnleuchte im Kombi-Instrument nicht. ESP® stabilisiert das Fahrzeug dann nicht.

ESP® aus- oder einschalten
  

Ausschalten: Auf die Taste drücken, bis die Warnleuchten und im Kombi-Instrument angehen.

 

Im Multifunktions-Display erscheint die Meldung ESP Off.

Unfallgefahr

Wenn die Warnleuchten und im Kombi-Instrument bei laufendem Motor permanent leuchten, ist ESP® ausgeschaltet. Die Gefahr, dass Ihr Fahrzeug ins Schleudern gerät, ist dann in bestimmten Fahrsituationen erhöht.

Passen Sie Ihre Fahrweise immer den aktuellen Straßen- und Witterungsverhältnissen an.

  

Einschalten: Kurz auf die Taste drücken.

 

Die Warnleuchten und im Kombi-Instrument gehen aus. Im Multifunktions-Display erscheint die Meldung ESP On.

 

SBC™ Bremsanlage

Die SBCTM Bremsanlage kombiniert eine hydraulische Bremsanlage mit einer elektronisch geregelten Bremskraftverstärkung. Sie haben eine höhere Bremssicherheit und mehr Bremskomfort.

SBCTM hat neben der Bremsfunktion noch die Komfortfunktion SBC Hold mehr.

Unfallgefahr

Bei Störungen der SBCTM Bremsanlage oder der Bremse geht die Kontrollleuchte im Kombi-Instrument an. Befolgen Sie dann stets die Hinweise im Multifunktions-Display. Schlagen Sie im Stichwortverzeichnis „SBCTM Bremsanlage“ und dort „Störung“ nach und befolgen Sie die dort beschriebenen Vorgehensweisen im Störungsfall.

Wenn die SBCTM Bremsanlage gestört ist, empfiehlt Ihnen Mercedes-Benz das Fahrzeug auf einem Transporter oder Anhänger transportieren zu lassen. Wenn dies nicht möglich ist, muss eine Abschleppstange verwendet werden. Achten Sie dabei stets auf die zulässige Geschwindigkeit und die maximal zulässige Abschleppstrecke in Ihrem Land.

Unfallgefahr

Bei Störungen der Energieversorgung oder im Bordnetz schaltet die SBCTM Bremsanlage in den Notbetrieb, da sie elektrische Energie benötigt. Sie brauchen dann mehr Kraft zum Bremsen und haben einen längeren Brems- und Bremspedalweg. Gegebenenfalls müssen Sie das Bremspedal mit voller Kraft durchtreten.

Die SBCTM Bremsanlage aktiviert sich automatisch, wenn Sie

  • das Fahrzeug mit dem Schlüssel oder über KEYLESS-GO* entriegeln

  • die Fahrer- oder Beifahrertür öffnen

  • die Zündung einschalten

  • bei KEYLESS-GO* einmal auf die KEYLESS-GO-Taste auf dem Wählhebel drücken

  • auf das Bremspedal treten

  • die Parkbremse lösen.

Wenn Sie die SBCTM Bremsanlage mit dem Bremspedal aktivieren, ist beim ersten Treten der Bremse der Pedalwiderstand geringer als gewohnt. Dabei ist auch der Pedalweg länger. Wenn Sie das Bremspedal loslassen, ist der Pedalweg wieder wie gewohnt. Möglicherweise spüren Sie beim Loslassen des Bremspedals ein Pulsieren und hören ein Geräusch. Das Geräusch wird von der SBCTM-Pumpe erzeugt. Es hört nach kurzer Zeit wieder auf.

Verletzungsgefahr

Wenn die SBCTM Bremsanlage vor Wartungsarbeiten - insbesondere Bremsbelagwechsel - nicht deaktiviert wird, kann dies zu Verletzungen führen. Ist das System aktiv führt es Selbsttests durch, dabei wird selbsttätig ein hoher Bremsdruck aufgebaut. Es werden die Bremskolben herausgedrückt, dies kann z. B. zu Quetschungen führen. Es kann Bremsflüssigkeit austreten, die z. B. Verätzungen verursachen kann.

Vor Wartungsarbeiten muss die SBCTM Bremsanlage deaktiviert werden. Wie die SBCTM Bremsanlage deaktiviert wird, erfahren Sie in jedem Mercedes-Benz Service-Stützpunkt.

Verletzungsgefahr

Lassen Sie einen Bremsbelagwechsel und andere Arbeiten an der SBCTM Bremsanlage nur von einer qualifizierten Fachwerkstatt durchführen. Wählen Sie eine Fachwerkstatt, die die notwendigen Fachkenntnisse und Werkzeuge zur Durchführung der erforderlichen Arbeiten hat.

Mercedes-Benz empfiehlt Ihnen hierfür einen Mercedes-Benz Service-Stützpunkt. Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Arbeiten und Arbeiten an sicherheitsrelevanten Systemen ist der Service durch eine qualifizierte Fachwerkstatt unerlässlich.

Die Bremskraftunterstützung der SBCTM Bremsanlage schaltet sich automatisch ab:

  • nach etwa 20 Sekunden, wenn Sie das Fahrzeug von außen verriegeln

  • nach etwa zwei Minuten, wenn Sie den Schlüssel im Zündschloss auf Stellung 0 stellen oder den Schlüssel aus dem Zündschloss ziehen

Tipps zum Fahren mit SBCTM

  • Schalten Sie bei langem und steilem Gefälle in einen kleineren Gang (Schaltbereiche 1, 2 oder 3). Dadurch vermeiden Sie, dass die Bremsen überhitzen und zu schnell verschleißen.

  • Fahren Sie nach hoher Bremsbeanspruchung noch einige Zeit weiter. Durch den Fahrtwind kühlen die Bremsen schneller ab.

    Unfallgefahr

    Achten Sie darauf, dass Sie beim Bremsen keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährden.

  • Wenn Sie die Bremsanlage Ihres Fahrzeugs längere Zeit nur wenig beansprucht haben, bremsen Sie gelegentlich aus höherer Geschwindigkeit ab. Dadurch werden die Bremsbeläge griffiger.

  • Bremsen Sie nach einer Fahrt auf nasser oder schneebedeckter Fahrbahn Ihr Fahrzeug vor dem Abstellen spürbar ab. Die Bremsscheiben trocknen durch die Erwärmung. Dies verhindert die Korrosion der Bremsscheiben.

  • Mercedes-Benz empfiehlt Ihnen aus Sicherheitsgründen, nur für Mercedes-Benz freigegebene Komponenten, z. B. Bremsbeläge, in Ihr Fahrzeug einzubauen. Nicht für Mercedes-Benz freigegebene Bremsbeläge können die Sicherheit Ihres Fahrzeugs beeinträchtigen.