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Insassensicherheit

Rückhaltesysteme

Ihr Fahrzeug kann bei einem Unfall stark verzögert oder stark beschleunigt werden. Während Ihr Fahrzeug verzögert oder beschleunigt wird, bewegen sich die Fahrzeuginsassen immer entgegengerichtet zur einwirkenden Stoßkraft. Dabei besteht das Risiko, dass sich die Fahrzeuginsassen am Fahrzeuginnenraum oder an Teilen des Fahrzeugs verletzen. Aufeinander abgestimmte Rückhaltesysteme sollen dieses so entstehende Verletzungsrisiko minimieren. Dabei sind Sicherheitsgurte im Allgemeinen nicht in der Lage, Verletzungen zu vermeiden, die durch von außen in das Fahrzeug eindringende Gegenstände verursacht werden.

Die wichtigsten Rückhaltesysteme sind die Sicherheitsgurte und die Kinder-Rückhalteeinrichtungen.

Verletzungsgefahr

Veränderungen oder unsachgemäß durchgeführte Arbeiten an einem Rückhaltesystem (Sicherheitsgurt und -verankerungen) können dazu führen, dass die Rückhaltesysteme nicht mehr bestimmungsgemäß funktionieren. Verändern Sie deshalb nie die Rückhaltesysteme.

 

Sicherheitsgurte

Verletzungsgefahr

Um das Risiko von schweren oder sogar tödlichen Verletzungen zu reduzieren, stellen Sie sicher, dass immer alle Insassen - insbesondere auch schwangere Frauen - richtig angegurtet sind, eine normale Sitzposition einnehmen und der Sitz in nahezu aufrechter Position steht.

Sicherheitsgurte und Kinder-Rückhalteeinrichtungen im Fahrzeug sind die wichtigsten Rückhaltesysteme. Sie reduzieren bei einem Aufprall die Bewegung der Fahrzeuginsassen in Richtung des Stoßes und damit das Risiko des Kontakts mit dem Fahrzeuginnenraum.

Verletzungsgefahr

Wenn Sie den Sicherheitsgurt nicht richtig anlegen oder nicht richtig im Gurtschloss einrasten, kann er seine Schutzfunktion nicht bestimmungsgemäß entfalten. Sie können sich dann unter Umständen schwer oder sogar tödlich verletzen. Stellen Sie deshalb sicher, dass immer alle Fahrzeuginsassen - insbesondere auch schwangere Frauen - richtig angegurtet sind.

Achten Sie unbedingt darauf, dass der Gurt

  • im Beckenbereich so tief wie möglich an der Hüfte verläuft, d. h. in der Hüftbeuge und nicht über den Bauch

  • straff anliegt

  • nicht verdreht ist

  • über die Mitte der Schulter verläuft

  • nicht am Hals und nicht unter dem Arm verläuft

  • im Bereich des Beckens gespannt wird, indem Sie den Gurt vor der Brust nach oben ziehen.

Gurten Sie niemals Gegenstände zusammen mit einer Person an.

Vermeiden Sie auftragende Kleidung, z. B. einen Wintermantel.

Führen Sie das Gurtband nicht über scharfe oder leicht brechende Gegenstände, insbesondere wenn diese an oder in Ihrer Kleidung sind, wie z. B. Brillen, Stifte oder Schlüssel. Das Gurtband könnte reißen und Sie oder andere Fahrzeuginsassen könnten sich verletzen.

Gurten Sie mit einem Sicherheitsgurt immer jeweils nur eine Person an.

Befördern Sie Kinder niemals auf dem Schoß von Fahrzeuginsassen. Das Kind kann bei einem Unfall, Bremsvorgang oder plötzlichen Richtungswechsel nicht mehr festgehalten werden und bei einem abrupten Bremsvorgang sich und andere Fahrzeuginsassen schwer oder bei einem Unfall sogar tödlich verletzen.

Bei Personen unter 1,50 m Größe und bei Kindern unter zwölf Jahren können die Sicherheitsgurte nicht korrekt angelegt werden. Sichern Sie diese Insassen in zusätzlichen, zum Unfallschutz geeigneten Rückhalteeinrichtungen auf geeigneten Fahrzeugsitzen. Beachten Sie immer die Montageanleitung des Herstellers der Kinder-Rückhalteeinrichtung.

In vielen Ländern gibt es gesetzliche Regelungen zur Benutzung von Sicherheitsgurten und Kinder-Rückhalteeinrichtungen.

Verletzungsgefahr

Der Sicherheitsgurt bietet nur dann den bestimmungsgemäßen Rückhalteschutz, wenn die Rückenlehne in nahezu senkrechter Position ist und der Insasse somit aufrecht sitzt. Vermeiden Sie Sitzpositionen, die den richtigen Verlauf des Sicherheitsgurtes beeinträchtigen. Stellen Sie deshalb die Rückenlehne möglichst aufrecht. Fahren Sie niemals mit stark nach hinten geneigter Rückenlehne.

Verletzungsgefahr

Der Dreipunktgurt bietet gegenüber dem Beckengurt eine bessere Rückhaltewirkung und damit ein besseres Schutzpotenzial vor Verletzungen.

Verletzungsgefahr

Der Sicherheitsgurt kann nicht mehr richtig funktionieren, wenn Gurtband oder Gurtschloss verschmutzt oder beschädigt sind. Halten Sie daher Gurtband und Gurtschloss sauber, da sonst die Gurtzunge nicht richtig einrasten kann.

Überprüfen Sie die Sicherheitsgurte regelmäßig darauf, dass sie

  • nicht beschädigt sind

  • nicht über scharfe Kanten geführt werden

  • nicht eingeklemmt sind.

Das Gurtband könnte bei einem Unfall sonst reißen. Sie oder andere könnten sich schwer oder sogar tödlich verletzen.

Lassen Sie beschädigte oder während eines Unfalls stark beanspruchte Sicherheitsgurte erneuern und die Gurtverankerungen überprüfen.

Mercedes-Benz empfiehlt Ihnen, aus Sicherheitsgründen nur Sicherheitsgurte zu verwenden, die Mercedes-Benz speziell für Ihr Fahrzeug freigegeben hat.

Sicherheitsgurt anlegen

Schlosszunge
Gurtschloss
Lösetaste
  

Gurt mit Schlosszunge zum Gurtschloss führen.

  

Schlosszunge im Gurtschloss einrasten.

Sicherheitsgurt lösen

  

Lösetaste des Gurtschlosses drücken.

Beckengurt verlängern

Vor dem Anlegen sollte der Beckengurt verlängert werden.

  

Schlosszunge etwas mehr als rechtwinklig zum Gurtband stellen.

  

Anschließend an der Schlosszunge ziehen.

Beckengurt verkürzen

  

Schlosszunge im innen liegenden Gurtschloss einrasten.

  

Anschließend am Gurtbandende ziehen.

Verletzungsgefahr

Wenn der Beckengurt nicht benutzt wird, achten Sie darauf, dass die Schlosszunge immer im Gurtschloss eingerastet ist. Während der Fahrt und bei Unfällen kann der Gurt sonst umherschleudern und Fahrzeuginsassen verletzen.

 

Kinder im Fahrzeug

Wenn Sie ein Kind im Fahrzeug mitnehmen, sichern Sie das Kind mit einer alters- und größengerechten Kinder-Rückhalteeinrichtung der Kategorie „Universal“. Gurten Sie das Kind während der Fahrt immer an.

Kindersitze und Informationen über die richtige Kinder-Rückhalteeinrichtung erhalten Sie bei jedem Mercedes-Benz Service-Stützpunkt.

Beispiel für Zusatzaufkleber am Kindersitz

Verletzungsgefahr

Lassen Sie Kinder auch dann nicht unbeaufsichtigt im Fahrzeug zurück, wenn sie mit einer Kinder-Rückhalteeinrichtung gesichert sind. Die Kinder könnten

  • sich an Teilen des Fahrzeugs verletzen

  • die Türen öffnen und dadurch sich und andere Personen verletzen. Oder sie könnten aussteigen und sich dadurch verletzen oder durch den nachfolgenden Verkehr verletzt werden

  • bei längerer, hoher Hitzeeinwirkung bzw. durch Kälteeinwirkung schwer oder sogar tödlich verletzt werden

  • sich aufgrund der Höhe des Fahrerhauses, insbesondere durch Herunterfallen, schwer verletzen.

Setzen Sie die Kinder-Rückhalteeinrichtung nicht der direkten Sonneneinstrahlung aus. Die Kinder-Rückhalteeinrichtung könnte sich z. B. an metallischen Teilen erhitzen und das Kind könnte sich an den heißen Teilen verbrennen.

Verletzungsgefahr

Um das Risiko von schweren oder sogar tödlichen Verletzungen des Kindes bei einem Unfall, Bremsvorgang oder plötzlichen Richtungswechsel zu reduzieren, beachten Sie:

  • Sichern Sie Kinder unter 1,50 m Größe und unter 12 Jahren immer in speziellen Kinder-Rückhalteeinrichtungen auf dem Beifahrersitz, da die Sicherheitsgurte bei ihnen nicht richtig angelegt werden können.

  • Sichern Sie Kinder unter 12 Jahren nicht auf dem Beifahrersitz, es sei denn, das Kind ist darauf in einer Kinder-Rückhalteeinrichtung gesichert.

  • Befördern Sie Kinder keinesfalls auf dem Schoß von Fahrzeuginsassen. Kinder können aufgrund der auftretenden Kräfte bei einem Unfall, Bremsvorgang oder plötzlichen Richtungswechsel nicht festgehalten werden. Sie würden an Teile des Innenraums stoßen und sich schwer oder sogar tödlich verletzen.

  • Alle Fahrzeuginsassen müssen immer richtig angegurtet sein.

Verletzungsgefahr

Wenn Sie auf dem Beifahrersitz eine vorwärts gerichtete Kinder-Rückhalteeinrichtung verwenden, stellen Sie den Beifahrersitz unbedingt in die hinterste Position.

Eine nicht richtig eingebaute Kinder-Rückhalteeinrichtung kann sich bei einem Unfall, Bremsvorgang oder plötzlichen Richtungswechsel lösen und das Kind und andere Fahrzeuginsassen schwer oder sogar tödlich verletzen.

Legen Sie deshalb niemals Gegenstände, wie z. B. Kissen, unter die Kinder-Rückhalteeinrichtung. Die gesamte Standfläche der Kinder-Rückhalteeinrichtung muss stets auf der Sitzfläche des Sitzes aufliegen.

Beachten Sie beim Anbringen einer Kinder-Rückhalteeinrichtung die Montageanleitung des Herstellers.

Kinder-Rückhalteeinrichtungen dürfen nicht ohne den vorgesehenen Originalbezug verwendet werden. Tauschen Sie beschädigte Bezüge nur gegen Originalbezüge aus.

Verletzungsgefahr

Wenn die Kinder-Rückhalteeinrichtung oder deren Befestigungssystem bereits beschädigt oder bei einem Unfall beansprucht wurde, kann ein danach darin gesichertes Kind bei einem Unfall, Bremsvorgang oder plötzlichen Richtungswechsel schwer oder sogar tödlich verletzt werden.

Lassen Sie deshalb beschädigte oder bei einem Unfall beanspruchte Rückhaltesysteme und deren Befestigungen umgehend von einer qualifizierten Fachwerkstatt, die die notwendigen Fachkenntnisse und Werkzeuge für die erforderlichen Arbeiten hat, überprüfen und wenn notwendig, erneuern.

Mercedes-Benz empfiehlt Ihnen hierfür einen Mercedes-Benz Service-Stützpunkt. Die Ausführung sicherheitsrelevanter Arbeiten und Arbeiten an sicherheitsrelevanten Systemen durch eine qualifizierte Fachwerkstatt sind unerlässlich.