Datum des Druck:

14.12.2018

Betriebsanleitung Interaktiv [Vertiefen | Sicherheit | Insassensicherheit]

Ausgabe der Betriebsanleitung: ÄJ 2010/1c

Hinweis: Die Online-Betriebsanleitung stellt die jeweils aktuellste Version dar. Etwaige Abweichungen zu Ihrem konkreten Fahrzeug könnten nicht berücksichtigt sein, da Mercedes-Benz seine Fahrzeuge ständig dem neuesten Stand der Technik anpasst, sowie Änderungen in Form und Ausstattung vornimmt. Bitte beachten Sie daher, dass diese Online-Betriebsanleitung in keinem Fall die gedruckte Betriebsanleitung ersetzt, die mit dem Fahrzeug ausgeliefert wurde.

Insassensicherheit

Wichtige Sicherheitshinweise

Die Sicherheitsgurte, ergänzt durch Gurtstraffer, Gurtkraftbegrenzer und Airbags, sind aufeinander abgestimmte Rückhaltesysteme. Diese reduzieren in definierten Unfallsituationen das Verletzungsrisiko und erhöhen damit die Insassensicherheit. Dabei bieten Sicherheitsgurte und Airbags im Allgemeinen keinen Schutz vor Gegenständen, die von außen in das Fahrzeug eindringen.

Damit die Rückhaltesysteme ihr Schutzpotenzial entfalten können, stellen Sie sicher, dass

  • der Sitz und die Kopfstütze richtig eingestellt sind mehr

  • der Sicherheitsgurt richtig angelegt ist mehr

  • sich die Airbags bei einer Auslösung frei entfalten können mehr

  • das Lenkrad richtig eingestellt ist mehr

  • keine Veränderungen an den Rückhaltesystemen vorgenommen wurden.

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Ein Airbag erhöht das Schutzpotenzial des angegurteten Fahrzeuginsassen und ist damit lediglich ein zusätzliches Rückhaltesystem zum Sicherheitsgurt. Airbags ersetzen auf keinen Fall die Notwendigkeit, dass alle Fahrzeuginsassen immer richtig angegurtet sind. Die Airbags werden nicht bei allen Unfällen aktiviert, z. B. wenn durch Auslösen der Airbags das Schutzpotenzial des richtig angelegten Sicherheitsgurtes nicht erhöht wird. Ein Airbag bietet bei Aktivierung nur dann erhöhtes Schutzpotenzial, wenn der Sicherheitsgurt richtig angelegt ist, da

  • der Sicherheitsgurt hilft, den Fahrzeuginsassen in der besseren Position zum Airbag zu halten

  • durch den Sicherheitsgurt, z. B. bei einem Frontalaufprall, eine weit gehende Verlagerung des Fahrzeuginsassen entgegen der Stoßrichtung vermindert wird, damit das Verletzungsrisiko reduziert werden kann.

Bei Unfällen, in denen ein Airbag aktiviert wird, bietet dieser daher nur bei richtig angelegtem Sicherheitsgurt ein über das Schutzpotenzial des Sicherheitsgurtes hinausgehendes, d. h. zusätzliches Schutzpotenzial.

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WARNUNG

Bei unsachgemäßer Ausführung von Service-Arbeiten kann die Betriebssicherheit Ihres Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Sie könnten dadurch die Kontrolle über Ihr Fahrzeug verlieren und einen Unfall verursachen. Zudem könnten die Sicherheitssysteme Sie oder andere Personen nicht mehr wie vorgesehen schützen.

Lassen Sie Service-Arbeiten immer in einer qualifizierten Fachwerkstatt durchführen. Die qualifizierte Fachwerkstatt muss die notwendigen Fachkenntnisse und Werkzeuge zur Durchführung der erforderlichen Arbeiten haben. Mercedes-Benz empfiehlt Ihnen hierfür einen Mercedes-Benz Service-Stützpunkt. Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Arbeiten und Arbeiten an sicherheitsrelevanten Systemen ist der Service durch eine qualifizierte Fachwerkstatt unerlässlich.

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WARNUNG

Veränderungen oder unsachgemäß durchgeführte Arbeiten an folgenden Teilen können dazu führen, dass das Rückhaltesystem nicht mehr bestimmungsgemäß funktioniert:

  • Rückhaltesystem, bestehend aus Sicherheitsgurten und -verankerungen, Gurtstraffern, Gurtkraftbegrenzern, Airbags

  • Verkabelung

  • vernetzten Elektroniksystemen

Dadurch können Airbags oder Gurtstraffer z. B. ungewollt aktiviert werden oder bei Unfällen mit ausreichender Verzögerung ausfallen. Verändern Sie deshalb nie die Rückhaltesysteme.

Nehmen Sie deshalb keine unsachgemäßen Eingriffe an elektronischen Bauteilen oder deren Software vor.

SRS (Supplemental Restraint System)

Einleitung

Das SRS reduziert bei einem Unfall das Risiko, dass Insassen mit dem Fahrzeuginneren in Kontakt kommen. Darüber hinaus kann es auch die Insassenbelastungen während eines Unfalls reduzieren.

Das SRS besteht aus

  • Warnleuchte SRS mbsymb2_inv_002b.png

  • Airbags

  • Steuergerät Airbag, mit Unfallsensoren

  • Gurtstraffer, für die vorderen Sicherheitsgurte und die äußeren Sicherheitsgurte im Fond

  • Gurtkraftbegrenzer, für Fahrer‑ und Beifahrersitz

SRS-Warnleuchte

Wenn Sie die Zündung einschalten und während der Motor läuft, werden die Funktionen des SRS regelmäßig überprüft. Dadurch können Störungen frühzeitig erkannt werden.

Wenn Sie die Zündung einschalten, geht die Warnleuchte SRS mbsymb2_inv_002b.png im Kombiinstrument an. Sie geht spätestens wenige Sekunden nach dem Motorstart aus.

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WARNUNG

Wenn das SRS gestört ist, können einzelne Systeme unbeabsichtigt aktiviert werden oder bei einem Unfall mit hoher Fahrzeugverzögerung nicht auslösen.

Eine Störung liegt vor, wenn

  • nach dem Einschalten der Zündung die SRS-Warnleuchte mbsymb2_inv_002b.png nicht angeht

  • der Motor läuft und die SRS-Warnleuchte mbsymb2_inv_002b.png nach einigen Sekunden nicht ausgeht

  • der Motor läuft und die SRS-Warnleuchte mbsymb2_inv_002b.png erneut angeht.

Lassen Sie in diesem Fall das SRS umgehend durch eine qualifizierte Fachwerkstatt prüfen. Mercedes-Benz empfiehlt Ihnen hierfür einen Mercedes-Benz Service-Stützpunkt.

Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Arbeiten und Arbeiten an sicherheitsrelevanten Systemen ist der Service durch eine qualifizierte Fachwerkstatt unerlässlich.

Aktivierung der Gurtstraffer, Gurtkraftbegrenzer und Airbags

Bei einem Aufprall bewertet das Steuergerät Airbag während der ersten Kollisionsphase wichtige physikalische Daten der Fahrzeugverzögerung oder Fahrzeugbeschleunigung, wie

  • Dauer

  • Richtung

  • Stärke

Aufgrund dieser Bewertung löst das Steuergerät Airbag bei einem Aufprall, „vorausschauend“, in erster Stufe die Gurtstraffer aus.

Wenn eine noch höhere Fahrzeugverzögerung oder Fahrzeugbeschleunigung in Längsrichtung auftritt, werden zusätzlich die Front-Airbags ausgelöst.

Ihr Fahrzeug hat adaptive, zweistufige Front-Airbags. Das Steuergerät Airbag bewertet die Fahrzeugverzögerung oder Fahrzeugbeschleunigung bei einem Aufprall. Wenn die erste Aktivierungsschwelle erreicht ist, füllt sich der Front-Airbag mit genügend Treibgas und vermindert dadurch das Verletzungsrisiko. Wird innerhalb von wenigen Millisekunden eine zweite Schwelle überschritten, füllt sich der Front-Airbag mit der maximalen Treibgasmenge.

Die Aktivierungsschwellen der Gurtstraffer und Airbags sind variabel und werden an die Stärke der Fahrzeugverzögerung oder Fahrzeugbeschleunigung angepasst. Dieser Vorgang hat vorausschauenden Charakter. Die Aktivierung muss rechtzeitig, zu Beginn des Aufpralls, erfolgen.

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Nicht alle Airbags werden bei einem Unfall aktiviert. Die verschiedenen Airbagsysteme arbeiten unabhängig voneinander.

Die Wirkungsweise der Airbagsysteme wird bestimmt von der ermittelten Unfallschwere, insbesondere der Fahrzeugverzögerung oder Fahrzeugbeschleunigung und der sich abzeichnenden Unfallart:

  • Frontalaufprall

  • Seitenaufprall

Die Fahrzeugverzögerung oder Fahrzeugbeschleunigung und die Kraftrichtung werden im Wesentlichen bestimmt von:

  • der Kraftverteilung während des Aufpralls

  • dem Kollisionswinkel

  • der Verformungseigenschaft des Fahrzeugs

  • der Beschaffenheit des Gegenstands, mit dem das Fahrzeug zusammenprallt.

Faktoren, die erst nach der Kollision oder im Nachhinein sichtbar oder messbar sind, geben keinen Ausschlag für eine Airbag Auslösung. Sie sind auch kein Indiz dafür.

Das Fahrzeug kann erheblich deformiert werden, z. B. an Motorhaube oder Kotflügel, ohne dass ein Airbag auslöst. Dies ist der Fall, wenn nur relativ leicht verformbare Teile getroffen werden und es nicht zur notwendigen Verzögerung kommt. Umgekehrt lösen Airbags aus, obwohl das Fahrzeug nur geringe Deformationen aufweist. Dies ist der Fall, wenn z. B. sehr steife Fahrzeugteile, wie Längsträger, getroffen werden und die Verzögerung dadurch stark genug ist.

Airbags

Wichtige Sicherheitshinweise

Der ausgelöste Airbag bremst und vermindert die Bewegung des Fahrzeuginsassen.

Wenn die Airbags auslösen, hören Sie einen Knall und es kann Rauch austreten. Der Knall beeinträchtigt, bis auf seltene Ausnahmefälle, nicht Ihr Hörvermögen. Der austretende Rauch ist im Allgemeinen nicht gesundheitsschädlich. Die Warnleuchte SRS mbsymb2_inv_002b.png geht an.

Die Einbauorte der Airbags erkennen Sie an der AIRBAG-Kennzeichnung.

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WARNUNG

Airbags bieten Ihnen zusätzliches Schutzpotenzial, stellen jedoch keinen Ersatz für die Sicherheitsgurte dar.

Um das Risiko schwerer oder sogar tödlicher Verletzungen durch einen sich entfaltenden Airbag zu reduzieren, beachten Sie folgende Hinweise:

  • Fahrzeuginsassen - insbesondere schwangere Frauen - müssen immer richtig angegurtet sein und sich an die nahezu senkrecht eingestellte Sitzlehne zurücklehnen. Die Kopfstütze soll den Hinterkopf etwa in Augenhöhe unterstützen.

  • Sichern Sie Kinder unter 1,50 m Größe und unter zwölf Jahren immer in geeigneten Kinder-Rückhalteeinrichtungen.

  • Alle Fahrzeuginsassen müssen eine Sitzposition wählen, die so weit wie möglich vom Airbag entfernt ist. Die Sitzposition des Fahrers muss ihm dabei ein sicheres Führen des Fahrzeugs erlauben. Die Entfernung zwischen der Brust des Fahrers und der Mitte der Fahrer-Airbagabdeckung sollte so groß wie möglich sein.

  • Stellen Sie den Beifahrersitz so weit wie möglich nach hinten. Insbesondere wenn ein Kind in einer Kinder-Rückhalteeinrichtung auf diesem gesichert ist.

  • Fahrzeuginsassen - insbesondere Kinder - dürfen den Kopf nie in den Bereich des Fensters lehnen, bei dem der Sidebag/Head-Thorax-Sidebag/Windowbag auslöst.

  • Es dürfen nur dann rückwärts gerichtete Kinder-Rückhalteeinrichtungen auf dem Beifahrersitz befestigt werden, wenn der Beifahrer-Airbag abgeschaltet ist. Der Beifahrer-Airbag wird abgeschaltet, wenn auf dem Beifahrersitz eines mit automatischer Kindersitzerkennung im Beifahrersitz ausgestatteten Fahrzeugs eine Kinder-Rückhalteeinrichtung mit automatischer Kindersitzerkennung befestigt ist. Dabei muss die PASSENGER AIRBAG OFF-Kontrollleuchte mbsymb2_inv_0034.png ständig leuchten.

    Wenn Ihr Fahrzeug keine automatische Kindersitzerkennung im Beifahrersitz hat oder Ihre rückwärts gerichtete Kinder-Rückhalteeinrichtung keine automatische Kindersitzerkennung hat: Sichern Sie die Kinder in einer Kinder-Rückhalteeinrichtung auf einem dafür geeigneten Fondsitz. Wenn Sie auf dem Beifahrersitz eine vorwärts gerichtete Kinder-Rückhalteeinrichtung befestigen, stellen Sie den Beifahrersitz unbedingt so weit wie möglich nach hinten.

  • Achten Sie darauf, dass in den Taschen der Kleidungsstücke keine schweren oder scharfkantigen Gegenstände sind.

  • Beugen Sie sich insbesondere während der Fahrt nicht nach vorn, z. B. über die Fahrer-/Beifahrer-Airbagabdeckung.

  • Legen Sie die Füße nicht auf die Instrumententafel.

  • Fassen Sie das Lenkrad nur außen am Lenkradkranz an. So kann sich der Airbag ungehindert entfalten. Wenn Sie das Lenkrad innen festhalten, könnten Sie sich verletzen, wenn der Airbag auslöst.

  • Lehnen Sie sich nicht von innen an die Türen.

  • Achten Sie darauf, dass sich keine weiteren Personen, Tiere oder Gegenstände zwischen den Fahrzeuginsassen und dem Wirkungsbereich der Airbags befinden.

  • Legen Sie keine Gegenstände zwischen Sitzlehne und Tür.

  • Hängen Sie keine harten Gegenstände, wie z. B. Kleiderbügel an Haltegriffe oder Kleiderhaken.

  • Befestigen Sie keine Zubehörteile, z. B. Getränkedosenhalter an den Türen.

Das Risiko von Verletzungen durch einen Airbag kann aufgrund der erforderlichen hohen Entfaltungsgeschwindigkeit des Airbags nicht vollständig ausgeschlossen werden.

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WARNUNG

Die Funktion der Airbags ist nur gewährleistet, wenn Sie folgende Teile nicht überziehen und darauf keine Plaketten oder Aufkleber anbringen:

  • Lenkrad-Polsterplatte

  • Beifahrer-Airbagabdeckung

  • Vordere äußere Sitzwangen

  • Seitenverkleidung neben der Fondsitz-Rückenlehne

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WARNUNG

Wenn sich ein Airbag entfaltet, wird kurzzeitig eine geringe Menge Rauch frei. Der Rauch könnte bei Personen mit Asthma oder Atemschwierigkeiten kurzzeitige Atembeschwerden hervorrufen.

Um diese Atembeschwerden zu vermeiden, sollten Sie das Fahrzeug sofort verlassen, wenn dies ohne Gefahr möglich ist. Sie können auch das Fenster öffnen, um an frische Luft zu gelangen. Der Rauch ist nicht gesundheitsschädlich und deutet auch nicht auf ein Feuer im Fahrzeug hin.

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WARNUNG

Nach Auslösen der Airbags sind die Airbagteile heiß. Berühren Sie sie nicht, da Sie sich sonst verbrennen können.

Lassen Sie die Airbags in einer qualifizierten Fachwerkstatt erneuern. Insassen sind sonst bei einem erneuten Unfall ohne Schutzfunktion der Airbags.

Front-Airbags

Die Front-Airbags erhöhen das Schutzpotenzial des Fahrers und Beifahrers vor Kopf- und Brustverletzungen.

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Der Fahrer-Airbag mbsymb6_inv_003a.png entfaltet sich vor dem Lenkrad, der Beifahrer-Airbag mbsymb6_inv_003b.png vor und oberhalb des Handschuhfachs.

Sie werden ausgelöst

  • bei Beginn eines Unfalls mit hohen, in Längsrichtung einwirkenden Fahrzeugverzögerungen oder ‑beschleunigungen

  • wenn vorausschauend zusätzliches Schutzpotenzial zum Sicherheitsgurt geboten werden kann

  • abhängig von der Benutzung des Sicherheitsgurtes

  • unabhängig von weiteren Airbags im Fahrzeug.

Der Beifahrer-Airbag mbsymb6_inv_003b.png wird nur dann aktiviert, wenn der Beifahrersitz belegt oder besetzt ist und die Kontrollleuchte PASSENGER AIRBAG OFF mbsymb2_inv_0034.png an der Mittelkonsole nicht leuchtet mehr. Das bedeutet, dass kein Kinder-Rückhaltesystem mit automatischer Kindersitzerkennung montiert oder dieses nicht richtig montiert ist.

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Legen Sie keine schweren Gegenstände auf dem Beifahrersitz ab. Dadurch kann eine Belegung des Sitzes erkannt werden. Bei einem Unfall lösen die Rückhaltesysteme auf der Beifahrerseite aus. Lassen Sie ausgelöste Rückhaltesysteme ersetzen.

Head-Thorax-Sidebags, Sidebags im Fond

Wenn Ihr Fahrzeug mit Windowbags ausgestattet ist, befinden sich an den vorderen Sitzplätzen Sidebags an Stelle von Head-Thorax-Sidebags.

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WARNUNG

Wenn Sie Sitzbezüge verwenden wollen, empfiehlt Ihnen Mercedes-Benz aus Sicherheitsgründen nur solche zu verwenden, die für Mercedes-Benz Fahrzeuge frei gegeben sind.

Die Sitzbezüge müssen mit einer Sollreißnaht für Head-Thorax-Sidebags ausgestattet sein. Der Head-Thorax-Sidebag kann sonst nicht richtig ausgelöst werden und dadurch das vorgesehene Schutzpotenzial bei einem Unfall nicht bieten. Geeignete Sitzbezüge erhalten Sie z. B. bei einem Mercedes-Benz Service-Stützpunkt.

Die Head-Thorax-Sidebags erhöhen bei Aktivierung das Schutzpotenzial für Kopf und Brustkorb (nicht jedoch für Arme) der stoßzugewandten Insassen.

Die Sidebags im Fond erhöhen bei Aktivierung das Schutzpotenzial für den Brustkorb (nicht jedoch für Kopf, Hals und Arme) der stoßzugewandten Insassen.

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Die Head-Thorax-Sidebags mbsymb6_inv_003a.png und die Sidebags im Fond mbsymb6_inv_003b.png entfalten sich neben der äußeren Sitzwange.

Sie werden ausgelöst

  • auf der Seite des Aufpralls

  • zu Beginn eines Unfalls mit hohen seitlich einwirkenden Fahrzeugverzögerungen oder ‑beschleunigungen, z. B. bei einem Seitenaufprall

  • unabhängig von der Benutzung des Sicherheitsgurtes

  • unabhängig von den Front-Airbags

  • unabhängig vom Gurtstraffer.

Windowbags

Die Windowbags erhöhen das Schutzpotenzial für die Köpfe (nicht jedoch für Brust oder Arme) der stoßzugewandten Fahrzeuginsassen.

Die Windowbags sind seitlich im Dachrahmen eingebaut und verlaufen beim

  • 5-Türer von der Vordertür (A‑Säule) bis zur Fondtür (C‑Säule)

  • 3-Türer von der Vordertür (A‑Säule) bis zur hinteren Seitenwand (C‑Säule).

Wenn Ihr Fahrzeug mit Windowbags ausgestattet ist, befinden sich an den vorderen Sitzplätzen Sidebags an Stelle von Head-Thorax-Sidebags.

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Die Windowbags mbsymb6_inv_003a.png werden ausgelöst

  • auf der Seite des Aufpralls

  • zu Beginn eines Unfalls mit hohen seitlich einwirkenden Fahrzeugverzögerungen oder -beschleunigungen, z. B. bei einem Seitenaufprall

  • unabhängig davon, ob der Beifahrersitz besetzt ist oder nicht

  • unabhängig von den Front-Airbags.

Aktive Kopfstütze

Die aktiven Kopfstützen erhöhen das Schutzpotenzial des Fahrers und Beifahrers vor Kopf- und Halsverletzung. Dazu werden die Kopfstützen am Fahrer- und Beifahrersitz im Falle eines Heckaufpralls durch den Oberkörper des Fahrers oder Beifahrers in Fahrtrichtung nach vorn gedrückt. Dies führt zu einer besseren Abstützung des Kopfes.

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WARNUNG

Befestigen Sie keine Gegenstände (z. B. Kleiderbügel) an den Kopfstützenstangen. Sonst könnten die aktiven Kopfstützen nicht richtig funktionieren und nicht das vorgesehene Schutzpotenzial bei einem Unfall bieten.

Sicherheitsgurte

Wichtige Sicherheitshinweise

Die Sicherheitsgurte reduzieren bei einem Aufprall am wirksamsten die Bewegung der Fahrzeuginsassen. Dadurch sinkt das Risiko, dass Insassen mit Teilen des Fahrzeuginnenraums in Kontakt kommen.

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WARNUNG

Wenn Sie den Sicherheitsgurt nicht richtig anlegen oder nicht richtig im Gurtschloss einrasten, kann er sein Schutzpotenzial nicht wie vorgesehen entfalten. Sie können sich dann unter Umständen, bei einem Unfall, schwer oder sogar tödlich verletzen.

Stellen Sie deshalb sicher, dass immer alle Insassen - insbesondere auch schwangere Frauen - richtig angegurtet sind.

  • Der Sicherheitsgurt muss eng und unverdreht am Körper anliegen. Vermeiden Sie deshalb auftragende Kleidung, z. B. einen Wintermantel. Der Schultergurtteil muss über die Schultermitte - keinesfalls über den Hals oder unter dem Arm - verlaufen und gut am Oberkörper anliegen. Der Beckengurt muss immer fest und möglichst tief am Becken anliegen, das bedeutet in der Hüftbeuge - nicht jedoch am Bauch oder Unterleib. Drücken Sie das Gurtband gegebenenfalls etwas nach unten und ziehen Sie es in Aufrollrichtung nach.

  • 3-Türer: Die schwenkbare Gurtführung muss sich in der richtigen Position befinden.

  • Führen Sie das Gurtband nicht über scharfe oder leicht brechende Gegenstände. Tun Sie dies insbesondere dann nicht, wenn sich diese Gegenstände an oder in Ihrer Kleidung befinden, z. B. Brillen, Stifte, Schlüssel etc. Das Gurtband könnte beschädigt werden und bei einem Unfall reißen und Sie oder andere Fahrzeuginsassen könnten sich verletzen.

  • Mit einem Sicherheitsgurt darf jeweils nur eine Person angegurtet werden. Befördern Sie ein Kind keinesfalls auf dem Schoß eines Insassen. Das Kind kann während eines Unfalls, Bremsmanövers oder abrupten Richtungswechsels nicht mehr festgehalten werden. Dabei können das Kind und andere Insassen schwer oder sogar tödlich verletzt werden.

  • Personen unter 1,50 m Größe können die Sicherheitsgurte nicht richtig anlegen. Sichern Sie Personen unter 1,50 m Größe daher in besonderen, geeigneten Rückhaltesystemen.

  • Kinder unter 1,50 m Größe und jünger als 12 Jahre können die Sicherheitsgurte nicht richtig anlegen. Sichern Sie sie deshalb immer in geeigneten Kinder-Rückhalteeinrichtungen auf geeigneten Fahrzeugsitzen. Weitere Informationen finden Sie in der Betriebsanleitung im Kapitel „Sicherheit“ - „Kinder im Fahrzeug“. Beachten Sie die Montageanleitung des Herstellers der Kinder-Rückhalteeinrichtung.

  • Gurten Sie keinesfalls Gegenstände zusammen mit einer Person an.

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WARNUNG

Wenn die Sitzlehne nicht in nahezu senkrechter Position steht, bietet der Sicherheitsgurt nicht den bestimmungsgemäßen Rückhalteschutz. Dadurch können Sie sich unter Umständen, bei einem Unfall, schwer oder sogar tödlich verletzen.

Stellen Sie vor Fahrtantritt sicher, dass der Sitz richtig eingestellt ist und die Sitzlehne nahezu senkrecht steht.

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WARNUNG

Ein verschmutzter, beschädigter, bei einem Unfall beanspruchter oder veränderter Sicherheitsgurt kann sein Schutzpotenzial nicht wie vorgesehen entfalten. Dadurch können Sie sich unter Umständen, bei einem Unfall, schwer oder sogar tödlich verletzen.

Überprüfen Sie daher regelmäßig, dass die Sicherheitsgurte nicht beschädigt und nicht verschmutzt sind.

Lassen Sie beschädigte oder bei einem Unfall beanspruchte Sicherheitsgurte immer in einer qualifizierten Fachwerkstatt erneuern. Wählen Sie eine Fachwerkstatt, die die notwendigen Fachkenntnisse und Werkzeuge für die erforderlichen Arbeiten hat. Mercedes-Benz empfiehlt Ihnen hierfür einen Mercedes-Benz Service-Stützpunkt.

Mercedes-Benz empfiehlt Ihnen aus Sicherheitsgründen nur Sicherheitsgurte zu verwenden, die Mercedes-Benz speziell für Ihr Fahrzeug frei gegeben hat.

Sicherheitsgurt anlegen

images/img2009bde751fee7bb351f190e4ffd8974_1_--_--_JPG72.jpg 3-Türer
images/img51e44b3f2a175be3351f190e3cbe4e9a_1_--_--_JPG72.jpg 5-Türer

Den Sitz einstellen und die Sitzlehne nahezu senkrecht stellen mehr.

Den Sicherheitsgurt ruckfrei durch den Gurtumlenker mbsymb6_inv_003a.png ziehen.

Den Sicherheitsgurt unverdreht mit dem Schulterteil über die Mitte der Schulter und mit dem Hüftteil über die Hüfte führen.

Die Gurtschlosszunge mbsymb6_inv_003b.png im Gurtschloss mbsymb6_inv_003d.png einrasten.

3-Türer: Darauf achten, dass die schwenkbare Gurtführung mbsymb6_inv_0041.png in der richtigen Position ist.

5-Türer: Wenn nötig, den Sicherheitsgurt auf die der Körpergröße entsprechende Höhe einstellen mehr.

Alle: Wenn nötig, den Sicherheitsgurt vor der Brust nach oben ziehen, damit der Sicherheitsgurt eng am Körper anliegt.

Weitere Informationen zum Lösen der Sicherheitsgurte mit der Lösetaste mbsymb6_inv_003f.png, siehe „Sicherheitsgurt ablegen“ mehr.

Gurthöheneinstellung

Nur 5‑Türer: Sie können die Gurthöhe am Fahrer‑ und Beifahrersitz einstellen.

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Die Höhe so einstellen, dass der obere Teil des Sicherheitsgurts über der Mitte der Schulter verläuft.

Höher stellen: Den Gurtumlenker nach oben schieben.

Der Gurtumlenker rastet in verschiedenen Positionen ein.

Tiefer stellen: Auf die Gurtumlenkerentriegelung mbsymb6_inv_003a.png drücken und gedrückt halten.

Den Gurtumlenker nach unten schieben.

Die Gurtumlenkerentriegelung mbsymb6_inv_003a.png loslassen und sicherstellen, dass der Gurtumlenker einrastet.

Sicherheitsgurt ablegen

Auf die Lösetaste mbsymb6_inv_003f.png mehr drücken und die Gurtschlosszunge mbsymb6_inv_003b.png zum Gurtumlenker mbsymb6_inv_003a.png zurückführen.

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Stellen Sie sicher, dass sich der Sicherheitsgurt komplett aufrollt. Sonst können der Sicherheitsgurt oder die Gurtschlosszunge in der Tür oder im Sitzmechanismus eingeklemmt werden. Dadurch können die Tür, die Türverkleidungen und der Sicherheitsgurt beschädigt werden. Beschädigte Sicherheitsgurte können ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllen und müssen ersetzt werden. Suchen Sie einen Mercedes-Benz Service-Stützpunkt auf.

Gurtwarnung für Fahrer und Beifahrer

Die Warnleuchte Sicherheitsgurt mbsymb2_inv_0037.png im Kombiinstrument macht Sie darauf aufmerksam, alle Insassen anzugurten. Sie kann dauerhaft leuchten oder blinken. Zusätzlich kann ein Warnton ertönen.

Die Warnleuchte Sicherheitsgurt mbsymb2_inv_0037.png und der Warnton gehen aus, sobald Fahrer und Beifahrer angegurtet sind.

Nur für bestimmte Länder: Unabhängig davon, ob der Fahrer und Beifahrer bereits angegurtet sind, leuchtet die Warnleuchte Sicherheitsgurt mbsymb2_inv_0037.png nach jedem Motorstart für 6 Sekunden. Wenn der Fahrer und der Beifahrer bereits angegurtet sind, geht sie danach aus.

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Weitere Informationen zur Warnleuchte Sicherheitsgurt mbsymb2_inv_0037.png, siehe „Warn- und Kontrollleuchten im Kombiinstrument, Sicherheitsgurt“ mehr.

Statusanzeige Fondsicherheitsgurt

Durch die Statusanzeige Fondsicherheitsgurt können Sie erkennen, ob die Insassen im Fond angegurtet sind.

Die Statusanzeige Fondsicherheitsgurt zeigt Ihnen an, auf welchem Sitzplatz im Fond der Sicherheitsgurt angelegt ist.

Die Statusanzeige Fondsicherheitsgurt erscheint im Multifunktionsdisplay für etwa 30 Sekunden, wenn

  • Sie losfahren und eine Fahrgeschwindigkeit von etwa 10 km/h erreichen

  • sich die Fondinsassen während der Fahrt ab- oder angurten

  • Personen aus dem Fahrzeug aus- oder einsteigen.

Sie können die Statusanzeige Fondsicherheitsgurt auch sofort ausblenden mehr.

Sie können folgende Meldungen im Multifunktionsdisplay sehen:

  • mbsymb2_inv_0037.png Hinten kein Gurt angelegt

  • mbsymb2_inv_0037.png Hinten 1 Gurt angelegt

  • mbsymb2_inv_0037.png Hinten 2 Gurte angelegt

  • mbsymb2_inv_0037.png Hinten 3 Gurte angelegt

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Die Statusanzeige Fondsicherheitsgurt ist nur für bestimmte Länder verfügbar.

Gurtstraffer, Gurtkraftbegrenzer

Die vorderen Sicherheitsgurte und die äußeren Sicherheitsgurte im Fond haben Gurtstraffer.

Die Gurtstraffer straffen beim Aufprall die Sicherheitsgurte, damit sie eng am Körper anliegen.

Die Gurtstraffer korrigieren nicht falsche Sitzpositionen oder falsch angelegte Sicherheitsgurte.

Die Gurtstraffer ziehen Fahrzeuginsassen nicht in Richtung der Sitzlehnen zurück.

Wenn der Sicherheitsgurt zusätzlich mit einem Gurtkraftbegrenzer ausgestattet ist, verringert er bei einer Aktivierung die Gurtbelastung auf den Fahrzeuginsassen.

Die Gurtkraftbegrenzer der vorderen Sitzplätze sind auf die Front-Airbags abgestimmt, die einen Teil der Verzögerungskräfte übernehmen, wodurch eine großflächigere Lastverteilung stattfindet.

Die Gurtstraffer können nur aktiviert werden,

  • wenn die Zündung eingeschaltet ist

  • wenn die Rückhaltesysteme funktionsbereit sind, siehe „Warnleuchte SRS“ mehr

  • für jeden Dreipunkt-Sicherheitsgurt vorn, wenn die Gurtschlosszunge im Gurtschloss eingerastet ist.

Die Gurtstraffer der Außensitze im Fond werden unabhängig vom Verriegelungszustand der Sicherheitsgurte ausgelöst.

Abhängig von Unfalltyp und Unfallschwere werden die Gurtstraffer aktiviert

  • bei einem Frontal- oder Heckaufprall, wenn das Fahrzeug bei Aufprallbeginn in Längsrichtung stark verzögert oder beschleunigt wird

  • bei einem Seitenaufprall, auf der dem Aufprall gegenüberliegenden Seite, wenn das Fahrzeug in Querrichtung stark verzögert oder beschleunigt wird

Wenn die Gurtstraffer auslösen, hören Sie einen Knall und es kann Rauch austreten. Der Knall beeinträchtigt, bis auf seltene Ausnahmefälle, nicht Ihr Hörvermögen. Der austretende Rauch ist im Allgemeinen nicht gesundheitsschädlich. Die Warnleuchte SRS mbsymb2_inv_002b.png geht an.

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WARNUNG

Wenn die Gurtstraffer ausgelöst wurden, haben Sie bei einem weiteren Unfall keine zusätzliche Schutzfunktion durch die Gurtstraffer. Lassen Sie daher die ausgelösten Gurtstraffer in einer qualifizierten Fachwerkstatt erneuern.

Beachten Sie beim Entsorgen der Gurtstraffer die Sicherheitsvorschriften. Die Vorschriften können Sie bei jedem Mercedes-Benz Service-Stützpunkt einsehen.

Einzelnachweise

Datum des Druck:

14.12.2018

Betriebsanleitung Interaktiv [Vertiefen | Sicherheit | Insassensicherheit]

Ausgabe der Betriebsanleitung: ÄJ 2010/1c

Hinweis: Die Online-Betriebsanleitung stellt die jeweils aktuellste Version dar. Etwaige Abweichungen zu Ihrem konkreten Fahrzeug könnten nicht berücksichtigt sein, da Mercedes-Benz seine Fahrzeuge ständig dem neuesten Stand der Technik anpasst, sowie Änderungen in Form und Ausstattung vornimmt. Bitte beachten Sie daher, dass diese Online-Betriebsanleitung in keinem Fall die gedruckte Betriebsanleitung ersetzt, die mit dem Fahrzeug ausgeliefert wurde.